„Ich glaub´, ich dreh´mein Haus auf links“
… sang irgendwann einmal Helge Schneider, um den rückwärtig gelegenen Garten seines Eigenheimes zur Straßenseite hin zu kehren. — Links auf dem Kopf steht die „99“, nachdem das Gebäude auf dem Fliegerhorst Oldenburg nun abgerissen wurde. Einsturzgefahr! — Zufällig habe ich noch einige Aufnahmen aus den Jahren 2004 bis 2006, als „99“ zwar bereits geschlossen, aber noch nicht dem Erdboden gleich gemacht worden war.
Abriss. Kein Grund fassungslos zu sein, denn der Zahn der Zeit hatte dem Gebäude inzwischen ganz arg zugesetzt.
Das Gebäude im Juni 2004. Auf den ersten Blick sieht äusserlich noch alles recht passabel aus. Im Innern hängen die Decken jedoch bereits schon durch. Zwei Jahre später konnte ich in manchen Räumen schon nicht mehr aufrecht stehen. Ich ahne ihre Gedanken! Nein, wegen der damals bereits schwindenden Deckenhöhe war mir der aufrechte Gang verwehrt!
1956 war das Gebäude erbaut worden. Die Royal Air Force (RAF) nutzte es als Clubhaus und Kirche. (Siehe http://www.blog-stock.de/der-oldenburger-fliegerhorst/c-club-kapelle-soldatenheim.html) In den letzten Jahren kam „99“ als Lager der Fliegerhorst Betriebsgruppe zum Einsatz. Und wenn ich mich nicht täusche, verließ die Truppe im Mai/Juni 1987 die „heiligen Hallen“. Man gestatte mir diese Metapher.
Zwischenzeitlich muss auch der „S2“ (Militärische Sicherheit, Militärisches Nachrichtenwesen) an der Tafel gestanden haben und über „Hits & Misses“ referiert haben. — „Wer hatte damals eigentlich Tafeldienst?“
Im März 2006 lag das Gebäude noch unter einer leichten Schneedecke.
Damit in den Jahren zuvor niemand kalte Füße bekam, sorgte eine aus den 50er Jahren stammende Heizungsanlage für wohlige Wärme im Winter. Diese Leitung versorgte den Strang „C.o.E“ (Church of England) und nicht die „G.O.E. Church“. Den Druckfehlerteufel gab es also auch schon.
Und wenn es im Gebäude so richtig gemütlich warm war, dann ruhte sich vielleicht Rev. N. Collinge nach dem „Morning Service“ um 11:00 Uhr oder nach dem „Evening Service“ und „Community Hym Singing“ in diesem Sessel aus. Alt genug scheint das Sitzmöbel zu sein. Vielleicht war es aber auch eine Tänzerin oder ein Tänzer nach dem „Scottish Country Dancing“, das Montags um 20:30 Uhr begann, die oder der vom Tanz erschöpft, in den Sessel sank. Oder war es jemand aus der „jüngeren Neuzeit“, der hier sein „Päuschen“ machte?
Heute war der Sessel nicht mehr auffindbar und das Gebäude nahezu niedergerissen. Und irgendwann wird es komplett entsorgt sein und die Besucher der „Wahlheimat“ des Staatstheaters Oldenburg werden sich auf ihrem Weg zur Halle 10 fragen: „Was mag an dieser Stelle einst gestanden haben?“ — Nun, wir wissen´s!
Aus den Trümmern noch ein letzter Gruß der ehemaligen Geschwaderzeitung „moin“ und von mir abschließend eine kleine Testfrage an die „alten FlgH-Hasen“: …
… die Rollbahnmittellinie lag bei xyz° xy´xy´´? — Richtig! 100°19´46´´ — Warum diese Frage? — Ich wollte das letzte Foto noch unterbringen.
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