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17Aug/100

„Ich glaub´, ich dreh´mein Haus auf links“

… sang irgend­wann ein­mal Helge Schnei­der, um den rück­wär­tig gele­ge­nen Gar­ten sei­nes Eigen­hei­mes zur Stra­ßen­seite hin zu keh­ren. — Links auf dem Kopf steht die „99“, nach­dem das Gebäude auf dem Flie­ger­horst Olden­burg nun abge­ris­sen wurde. Ein­sturz­ge­fahr! — Zufäl­lig habe ich noch einige Auf­nah­men aus den Jah­ren 2004 bis 2006, als „99“ zwar bereits geschlos­sen, aber noch nicht dem Erd­bo­den gleich gemacht wor­den war.


Abriss. Kein Grund fas­sungs­los zu sein, denn der Zahn der Zeit hatte dem Gebäude inzwi­schen ganz arg zugesetzt.



Das Gebäude im Juni 2004. Auf den ers­ten Blick sieht äusser­lich noch alles recht pas­sa­bel aus. Im Innern hän­gen die Decken jedoch bereits schon durch. Zwei Jahre spä­ter konnte ich in man­chen Räu­men schon nicht mehr auf­recht ste­hen. Ich ahne ihre Gedan­ken! Nein, wegen der damals bereits schwin­den­den Decken­höhe war mir der auf­rechte Gang verwehrt!




1956 war das Gebäude erbaut wor­den. Die Royal Air Force (RAF) nutzte es als Club­haus und Kirche. (Siehe http://www.blog-stock.de/der-oldenburger-fliegerhorst/c-club-kapelle-soldatenheim.html) In den letz­ten Jah­ren kam „99“ als Lager der Flie­ger­horst Betriebs­gruppe zum Ein­satz. Und wenn ich mich nicht täu­sche, ver­ließ die Truppe im Mai/Juni 1987 die „hei­li­gen Hal­len“. Man gestatte mir diese Metapher.



Zwi­schen­zeit­lich muss auch der „S2“ (Mili­tä­ri­sche Sicher­heit, Mili­tä­ri­sches Nach­rich­ten­we­sen) an der Tafel gestan­den haben und über „Hits & Mis­ses“ refe­riert haben. — „Wer hatte damals eigent­lich Tafeldienst?“






Im März 2006 lag das Gebäude noch unter einer leich­ten Schneedecke.



Damit in den Jah­ren zuvor nie­mand kalte Füße bekam, sorgte eine aus den 50er Jah­ren stam­mende Hei­zungs­an­lage für woh­lige Wärme im Win­ter. Diese Lei­tung ver­sorgte den Strang „C.o.E“ (Church of Eng­land) und nicht die „G.O.E. Church“. Den Druck­feh­ler­teu­fel gab es also auch schon.




Und wenn es im Gebäude so rich­tig gemüt­lich warm war, dann ruhte sich viel­leicht Rev. N. Col­linge nach dem „Morning Ser­vice“ um 11:00 Uhr oder nach dem „Eve­ning Ser­vice“  und „Com­mu­nity Hym Sin­ging“ in die­sem Ses­sel aus. Alt genug scheint das Sitz­mö­bel zu sein. Viel­leicht war es aber auch eine Tän­ze­rin oder ein Tän­zer nach dem „Scot­tish Coun­try Dancing“, das Mon­tags um 20:30 Uhr begann, die oder der vom Tanz erschöpft, in den Ses­sel sank. Oder war es jemand aus der „jün­ge­ren Neu­zeit“, der hier sein „Päu­schen“ machte?


Heute war der Ses­sel nicht mehr auf­find­bar und das Gebäude nahezu nie­der­ge­ris­sen. Und irgend­wann wird es kom­plett ent­sorgt sein und die Besu­cher der „Wahl­hei­mat“ des Staats­thea­ters Olden­burg wer­den sich auf ihrem Weg zur Halle 10 fra­gen: „Was mag an die­ser Stelle einst gestan­den haben?“ — Nun, wir wissen´s!


Aus den Trüm­mern noch ein letz­ter Gruß der ehe­ma­li­gen Geschwa­der­zei­tung „moin“ und von mir abschlie­ßend eine kleine Test­frage an die „alten FlgH-Hasen“:  …






… die Roll­bahn­mit­tel­li­nie lag bei xyz° xy´xy´´? — Rich­tig! 100°19´46´´ — Warum diese Frage? — Ich wollte das letzte Foto noch unter­brin­gen. ;-)

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