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16Mrz/080

2. Bernsteinfest in Wiefelstede

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Zu sei­nem 2. Bern­stein­fest lädt der Zusam­men­schluss von Gewer­be­trei­ben­den aus der Gemeinde Wie­fels­tede (http://www.hhw-wiefelstede.de) am 5. und 6. Juli 2008 ein.

Mehr über den Bern­stein, Taci­tus und aus dem Leben der Ger­ma­nen erfah­ren Sie hier:

Publius Cor­ne­lius Taci­tus (geb. um 55, gest. nach 116), der, das sei erwähnt, nicht immer auf eine kri­ti­sche Quel­len­for­schung Wert legte, ver­fasste mit sei­ner “Ger­ma­nia” die erste umfas­sende eth­no­lo­gi­sche Arbeit über die Lebens­weise der Ger­ma­nen. Nicht unum­strit­ten und gewiss auch als „Läs­ter– und Schmäh­schrift“ zu sehen, gibt sie einen Ein­blick in den All­tag und das Brauch­tum der Ger­ma­nen (Anm.: Taci­tus zufolge wur­den anfangs alle rechts­rhei­ni­schen Stämme, beson­ders von den Gal­li­ern, als Ger­ma­nen bezeichnet).

Er berich­tet über den Bern­stein und des­sen Geschichte:

„Nörd­lich von den Suio­nen (Anm.: ein nord­ger­ma­ni­scher Stamm in Schwe­den) liegt noch ein ande­res Meer, träge und bei­nahe ohne Bewe­gung. Das die­ses Meer den Erd­kreis abrun­det und abschließt, wird dadurch glaub­haft, dass der letzte Schein der bereits hin­ab­ge­tauch­ten Sonne bis zum Son­nen­auf­gang in sol­cher Hel­lig­keit anhält, dass er die Sterne über­strahlt; außer­dem hört man den Klang der auf­ge­hen­den Sonne und sieht Umrisse von Pfer­den und das strah­len­um­kränzte Haupt (Anm.: des Son­nen­got­tes). Nur bis dahin geht die Welt.

An der Ost­küste bespült das sue­bi­sche Meer die Stämme der Ästier (Anm.: die Bal­ti­schen Stämme in Ger­ma­nien), die in Sitte und äuße­rer Erschei­nung den Sue­ben (Anm.: ger­ma­ni­sche Stam­mes­gruppe, die einst im Nord­os­ten an der Ost­see bis zu den deut­schen Mit­tel­ge­bir­gen lebte) glei­chen, deren Spra­che jedoch der bri­tan­ni­schen näher steht. Sie ver­eh­ren die Göt­ter­mut­ter (Anm.: Frigg bzw. Frija). Als Glau­bens­sym­bol tra­gen sie Nach­bil­dun­gen von Ebern: dies Zei­chen macht den Ver­eh­rer der Göt­tin an Stelle von Waf­fen und als Schutz gegen alles, selbst inmit­ten von Fein­den gefeit. Sel­ten ver­wen­den sie Eisen­waf­fen, häu­fi­ger schon Knüp­pel; Getreide und andere Feld­früchte bauen sie mit grö­ße­rer Aus­dauer an, als es der übli­chen Träg­heit der Ger­ma­nen entspricht.

Glesum. Roh und unbearbeitet.Aber auch das Meer durch­su­chen sie und sie sind die ein­zi­gen von allen Ger­ma­nen, die den Bern­stein, den sie selbst „glesum“ nen­nen, im Umkreis seich­ter Stel­len und am Strande sam­meln. Wor­aus er besteht oder wie er ent­steht, das haben sie, wie es bei Bar­ba­ren nicht anders zu erwar­ten ist, weder zu wis­sen ver­langt, noch in Erfah­rung gebracht; ja, er lag sogar lange Zeit unbe­ach­tet zwi­schen dem sons­ti­gen Aus­wurf des Mee­res, bis ihm unser Schmuck­be­dürf­nis seine Bedeu­tung verlieh.

Pferd, Jungsteinzeit (4. Jh. ⅴ. Chr.) Museum für Vor‑ und Frühgeschichte. Bildarchiv Preuß. Kulturbesitz, beide Berlin.Sie selbst ver­wen­den ihn über­haupt nicht: roh wird er auf­ge­le­sen, unver­ar­bei­tet in den Han­del gebracht und stau­nend neh­men sie den Kauf­preis ent­ge­gen. Das es sich jedoch um Baum­harz han­delt, sieht man leicht, weil sehr oft aller­lei auf der Erde krie­chende und selbst her­um­flie­gende kleine Tiere durch die Bern­stein­masse schim­mern; sie ver­fin­gen sich in dem noch flüs­si­gen Harz und sind nun, nach­dem es sich zu fes­tem Stoffe ver­här­tete, darin ein­ge­schlos­sen. Ich möchte also mei­nen, dass ebenso wie in den ent­le­ge­ne­ren Gegen­den des Ori­ents, wo Weih­rauch und Bal­sam (Anm.: das Harz der Bäume) aus­ge­schie­den wer­den, es auch auf den Inseln und in den Län­dern des Okzi­dents beson­ders ergie­bige Wal­dun­gen und Haine gibt, deren Abson­de­run­gen durch die Strah­len der benach­bar­ten Sonne her­aus­ge­zo­gen wer­den, in klar­flüs­si­gem Zustande in das nahe gele­gene Meer rin­nen und durch gewal­tige Stürme an die gegen­über­lie­gende Küste ange­schwemmt wer­den. Prüft man den Bern­stein auf seine Zusam­men­set­zung, indem man ihn mit Feuer in Berüh­rung bringt, dann brennt er wie Kien­span und ergibt eine qual­mige und stark duf­tende Flamme; dann erstarrt er zu einer zähen pech– oder har­zähn­li­chen Masse.“

(Quel­len: Taci­tus „Ger­ma­nia“, http://www.swantevit.de/ Jens Jahnke, 2004)

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