20 Jahre Spinnköppel Wiefelstä
Das Spinnen. Für viele Menschen auf dem Lande über Jahrhunderte eine lebensnotwendige handwerkliche Betätigung. Die Spinnköppel Wiefelstä wahrt und pflegt dieses alte Brauchtum und vermittelt das Spinnen seit 20 Jahren immer wieder interessierten Menschen.
Wer unter Spinnen allein das Aneinanderlegen und Verdrillen von Fasern zu beliebig langen und starken Fäden versteht, liegt mit seinem Wissen nicht falsch, doch Klöönsnack, begleitet vom Surren der Spinnräder und dem Knistern des brennenden Holzes im offenen Kamin, dürfen bei dieser vorwiegend während der Wintermonate ausgeübten Tätigkeit nicht fehlen.
Viele Gäste gratulierten den Mitgliedern der Wiefelsteder Spinnköppel zum 20jährigen Jubiläum im Haus des Gastes am Kleiberg. Die Webgruppe des Heimatvereins Halsbek, die Spinnkoppel Neeborg, die Spinnstuv des Heimatvereins Rastede, die Halsbeker Spinnköppel, die Sengwarder Spinnstube, die Danzköppel und die Späälköppel Wiefelstä zählten zu den zahlreichen Gratulanten.
Franz Schirakowski, der Leiter der Gruppe, nahm stellvertretend für die Mitglieder der Spinnköppel die vielen Glückwünsche und Präsente entgegen.
Die weit über die Grenzen Wiefelstedes hinaus bekannte Danzköppel Wiefelstä
demonstrierte durch perfekt dargebotene Volkstänze einmal mehr, dass Tradition und Brauchtumspflege für sie nach wie vor einen bedeutenden Stellenwert besitzen.
Die Bauern bauten früher viel Hanf an. Zur Erntezeit mähten sie ihn mit der Sichel ab, banden ihn zu Büscheln und trockneten ihn. Vor dem Spinnen mußten die harten Hanffasern mit Riffelwalzen weichgerieben und gehechelt werden. Mit dem Spinnrad wurde der Hanf von Frauen und Mädchen zu Garn und Zwirn gesponnen. Doch nicht nur Hanf, vor allem Schafwolle wurde gesponnen. Die Schafwolle wurde gewaschen, getrocknet und mit dem Spinnrad zu Wolle gesponnen. Daraus wurden Socken, Strümpfe und Handschuhe gestrickt, die teilweise auch eingefärbt wurden. Zum Spinnen trafen sich Frauen und Mädchen mit ihren Spinnrocken in der großen Stube einer Familie. Dabei erzählte man sich die neuesten Dorfereignisse und Geschichten. Wenn die Burschen kamen, wurde musiziert, getanzt und gesungen. Durch diesen Brauch vermittelte man der nächsten Generation die alten Volkslieder und –tänze.
Und (mit einem freundlichen Augenzwinkern) die Moral zu der Geschicht´: das es vor vielen Jahrzehnten nach den damaligen Moralvorstellungen auch bisweilen etwas zwangloser beim Spinnen zugegangen sein mag, überliefert Meyers Lexikon aus dem Jahre 1929 in seiner Begriffsbestimmung zur „Spinnstube“. Klicken Sie bitte auf den Text.