Brauchtum im Oldenburger Land
De Donnerdag vör Ostern is de Gröön-Donnerdag. An den Dag wurd överall Kohl äten. Disse Kohl wurd van de Blä van wille Planten tohoopsocht. An wecke Stäen mussen dat nägen Aarten Gröön wäsen.De Hauptarbeit an dissen Dag weer: de Wallhecken wurrn nakäken. Wallhecken sünd schöön, seggt wi vandagen noch. Man stimmt dat ok? Wenn ik wecke seh, denn krieg ik meist so´n lüttjen Grugel. De Buurn hefft dr sik nix drum kümmert. Dat is allens wild upschaten. Darum sütt dat ut as´n Minsch, de sik nich kämmt hett. Dat weer fröher anners. Gröön-Donnerdag wurd de Wallheck kappt. Dar wurrn Arfkenstrüük van snäen. Wat korter weer, dat wurd tohoopbundselt un wurd as „Slengenbusch“ (zur Ufer– und zur Deichbefestigung) verkofft. Wat dr denn noch an Sprickeltüügs över bleev, dat keem in´t Osterfüür. Jungedi, wat leet so´n Wallheck nahst moi: kant un schier keek se de hillig Ostern tomööt (entgegen)!
Stillen Freedag
Karfreedag harr fröher nich blot den Namen „stillen Freedag“. Nä, an den Dag gung dat ok allerwägens — in´e Stadt un up´n Dorpen — heel still to. Dat weer — to minnsten bi de Lutherischen — de höchst Fierdag van´t Jahr. De Lü gungen den ganzen Dag in Swart. Dar druff nich sungen un erst recht nich arbeit´t weern. Heel sinnig gung dat in´t Ollnburger Ammerland to. Allens, wat blank weer in´n Huse, dat wurd Gröön-Donnerdag schüürt. Tinn-Tellers, Tinn-Kannen, Meschen-Pött un so fudder. Man wenn´t blank putzt weer, keem´t erst all in´n Koorf. To stillen Freedag druff nix blänkern. Denn muß dat as doot wäsen in´t Huus. Erst to Ostern kemen de Saken wedder vör´n Dag.
(aus: Brauchtum im Oldenburger Land, Bearbeitet von Hans Dirks, Hein Holzberg Verlag, Oldenburg, 2. Aufl. 1985)