Das Tegtmeier-Mosaik im Wiefelsteder Rathaus
Vor knapp einem Jahr stellte die Erhaltung des Mosaiks im Wiefelsteder Rathaus nicht nur die Mitglieder des Verwaltungsausschusses vor ein Problem. Die Wand an der das Mosaik hing, konnte im Zuge der 2007er Umbaumaßnahmen des Rathauses nicht erhalten bleiben. Beinahe hätte das Mosaik nur als Foto „weitergelebt“.
Wilhelm Tegtmeier (1895–1968) fertigte das Mosaik 1965 im Auftrag der Gemeinde Wiefelstede an. Nachdem er nach dem Abitur 1913 auf Segelschiffen als Schiffsjunge und Leichtmatrose angeheuert hatte, er– und überlebte Tegtmeier den 1. Weltkrieg als Soldat an der West– und Ostfront. Ab 1918 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Hamburg bei Julius Wohlers und Ewald Dülberg. Neben Franz Radziwill war Wilhelm Tegtmeier wohl der bedeutendste Maler des Realismus im Oldenburger Land. Er starb am 6. November 1968 in Nethen.
Das Mosaik zeigt die Gemeinde Wiefelstede auf Grundlage einer Landkarte von 1960, noch ohne Spohle und Conneforde, die im Rahmen der Niedersächsischen Gebiets– und Verwaltungsreform von 1972 und der damit einhergehenden Auflösung der Landemeinde Varel, zum nördlichen Bereich unserer Gemeinde Wiefelstede kamen. So wurde 1972 endlich auch formell der Status geschaffen, den geschichtliche Ursprünge schon lange begründeten.
Das wertvolle Kulturgut konnte trotz der Umbaumaßnahmen im Rathaus erhalten werden. Es wurde von Ryszard Piotrowski und seiner Mannschaft versetzt. Gönnen Sie sich bei Ihrem nächsten Behördengang einige Minuten und lassen Sie das Mosaik im Eingangsbereich der Hankenstraße auf sich wirken. Auch ohne „offizielle Einladung“ sind Sie im Rathaus stets willkommen. Genießen Sie den Blick auf das Tegtmeiersche Mosaik aus der gemütlichen Sitzecke. Wenn gegen Mittag die Sonne durch die Fenster auf das restaurierte Kunstwerk fällt, dann strahlt nicht nur der Sonnenschein!