„Dat Geld is in Emmer!“ — Premiere in Gris
Das neue Stück der Theatergruppe der Landjugend Aschhausen „Dat Geld is in Emmer!“ spielt im Genre der Kriminalkomödie. In der Handlung des Lustspieles aus der Feder Dietmar Steimers liegt der Schwerpunkt deutlich im Bereich der humorvollen Unterhaltung. Schon bei der Premiere wirkte die junge Theatergruppe der Landjugend Aschhausen erstaunlich sicher und sehr gut aufeinander eingespielt.
Ein Veilchen, zwei ausgeschlagene Zähne, handfeste Witze und natürlich Verwechslungen. Immer wieder riss die Truppe ihre Zuschauer im fast ausverkauften Saal des Landhauses „Kuck sin Died“ in Gristede zu wahren Lachsalven hin. Regisseurin und „Topustersche“ Hella Gerdes und die Theatergruppe der Landjugend, die das Kriminalstück gemeinsam ausgesucht hatten, landeten einen Volltreffer. Für die perfekte Maske sorgte Brunhilde Kreklau.
Frank Arntjen in seiner überzeugenden Rolle als arbeitsscheuer Albert Röben findet nach feucht-fröhlicher Nacht in seinem Wohnzimmer einen Koffer voller Geld, dessen Herkunft er sich nicht erklären kann. Aus den Nachrichten erfährt er, dass es die Beute eines Banküberfalls in Bad Zwischenahn ist und sein Freund Berthold Freesebörg, vortrefflich von Eike Bischof dargestellt, scheint in den Raub verwickelt zu sein.
Ein tiefblaues Auge und zwei fehlende Zähne des Freundes sprechen für sich. Albert und Berthold beschließen, das Geld zu behalten. Doch sie haben die Rechnung ohne die resolute Waltraud, Alberts Ehefrau, und im Besonderen ohne Oma, die schwerhörig und stets auf der Suche nach ihrer verlegten Brille ist, gemacht.
Linda Martens verkörpert bravourös die durchgreifende Ehefrau und Gesa Meinen besticht in der Rolle der obendrein noch kurzsichtigen Oma Röben, die die „Beute“ für Altpapier hält und zu Papierbriketts verarbeiten will. Postwendend weicht sie die Scheine in einem Eimer ein. Ihre einzige Chance, das Geld zu retten, sehen Albert und Berthold darin, Oma zur „Sondermesse“ in die Kirche zu schicken. Das Geld bleibt aber vorerst im Eimer, denn Tochter Ulrike, talentvoll durch Romana Schmidt verkörpert, betritt die Bühne.
Sie will der Familie ihren Freund, den Kriminalbeamten Werner Ziegler (Frank Eiting), vorstellen. Der Versuch scheitert, da Vater Röben, auf Omas Eimer sitzend, überhaupt nicht interessiert ist. Hämorrhoiden, so gibt er vor, zwängen ihn, auf dem Eimer Platz nehmen zu müssen und längst hat er Ulrike für den Sohn eines Freundes „reserviert“. Rechtzeitig erscheint Dorftratsche Hildegard Zopf, die ein probates Mittel gegen Alberts Leiden anzubieten hat: einen Labellostift.
Mit Silke Lüttmann konnte die schrille Rolle der gesprächigen Nachbarin, die stets pünktlich zum Kaffee bei Röbens eintrifft, nicht besser besetzt werden. Tochter Ulrike hat es schwer, in der turbulenten Familie ihren Freund Werner, den mit der Aufklärung des Bankraubes beauftragten Kriminalisten, vorzustellen. Lediglich Mutter Waltraut findet Gefallen an ihm. Sie sieht sich als unentbehrliche „Kollegin“ des Gesetzeshüters. Während sich in all dem Drunter und Drüber Oma Röben und Berthold Freesebörg unfreiwillig in Mutter Waltrauds verdunkelter Nähstube begegnen und Albert einen anonymen Anruf bei der Kripo, den er und Berthold später köstlich ungeschickt aus einer Telefonzelle absetzen, plant, hat das junge Paar unverhofft die Chance, nicht nur den Banküberfall aufzuklären.
Das heitere Kriminalstück hat sein Happy-End, doch zuvor klicken Handschellen, platzen Alberts heimliche Träume, stranguliert sich Berthold fast mit einer Wäscheleine und Oma Röben bewaffnet sich mit einer Schere. Ob sie doch noch ihre Brille und Ulrike ihren Werner finden? Es bleibt ihnen überlassen, dies durch einen Besuch der von flotten Sprüchen, unerschütterlichen Lebensweisheiten, rustikalen Witzen sowie dem einen und anderen handfesten Übergriff geprägten Komödie herauszufinden. Eines ist auf alle Fälle gewiss: am Ende ist das Geld im Eimer!
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