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18Okt/100

„Dat Geld is in Emmer!“ — Premiere in Gris

Das neue Stück der Thea­ter­gruppe der Land­ju­gend Asch­hau­sen „Dat Geld is in Emmer!“ spielt im Genre der Kri­mi­nal­ko­mö­die. In der Hand­lung des Lust­spie­les aus der Feder Diet­mar Stei­mers liegt der Schwer­punkt deut­lich im Bereich der humor­vol­len Unter­hal­tung. Schon bei der Pre­miere wirkte die junge Thea­ter­gruppe der Land­ju­gend Asch­hau­sen erstaun­lich sicher und sehr gut auf­ein­an­der eingespielt.


Ein Veil­chen, zwei aus­ge­schla­gene Zähne, hand­feste Witze und natür­lich Ver­wechs­lun­gen. Immer wie­der riss die Truppe ihre Zuschauer im fast aus­ver­kauf­ten Saal des Land­hau­ses „Kuck sin Died“ in Gris­tede zu wah­ren Lach­sal­ven hin. Regis­seu­rin und „Topus­ter­sche“ Hella Ger­des und die Thea­ter­gruppe der Land­ju­gend, die das Kri­mi­nal­stück gemein­sam aus­ge­sucht hat­ten, lan­de­ten einen Voll­tref­fer. Für die per­fekte Maske sorgte Brun­hilde Kreklau.





Frank Arnt­jen in sei­ner über­zeu­gen­den Rolle als arbeits­scheuer Albert Röben fin­det nach feucht-fröhlicher Nacht in sei­nem Wohn­zim­mer einen Kof­fer vol­ler Geld, des­sen Her­kunft er sich nicht erklä­ren kann. Aus den Nach­rich­ten erfährt er, dass es die Beute eines Bank­über­falls in Bad Zwi­schen­ahn ist und sein Freund Bert­hold Free­se­börg, vor­treff­lich von Eike Bischof dar­ge­stellt, scheint in den Raub ver­wi­ckelt zu sein.


Ein tief­blaues Auge und zwei feh­lende Zähne des Freun­des spre­chen für sich. Albert und Bert­hold beschlie­ßen, das Geld zu behal­ten. Doch sie haben die Rech­nung ohne die reso­lute Wal­traud, Alberts Ehe­frau, und im Beson­de­ren ohne Oma, die schwer­hö­rig und stets auf der Suche nach ihrer ver­leg­ten Brille ist, gemacht.



Linda Mar­tens ver­kör­pert bra­vou­rös die durch­grei­fende Ehe­frau und Gesa Mei­nen besticht in der Rolle der oben­drein noch kurz­sich­ti­gen Oma Röben, die die „Beute“ für Alt­pa­pier hält und zu Papier­bri­ketts ver­ar­bei­ten will. Post­wen­dend weicht sie die Scheine in einem Eimer ein. Ihre ein­zige Chance, das Geld zu ret­ten, sehen Albert und Bert­hold darin, Oma zur „Son­der­messe“ in die Kir­che zu schi­cken. Das Geld bleibt aber vor­erst im Eimer, denn Toch­ter Ulrike, talent­voll durch Romana Schmidt ver­kör­pert, betritt die Bühne.





Sie will der Fami­lie ihren Freund, den Kri­mi­nal­be­am­ten Wer­ner Zieg­ler (Frank Eit­ing), vor­stel­len. Der Ver­such schei­tert, da Vater Röben, auf Omas Eimer sit­zend, über­haupt nicht inter­es­siert ist. Hämor­rhoi­den, so gibt er vor, zwän­gen ihn, auf dem Eimer Platz neh­men zu müs­sen und längst hat er Ulrike für den Sohn eines Freun­des „reser­viert“. Recht­zei­tig erscheint Dorf­trat­sche Hil­de­gard Zopf, die ein pro­ba­tes Mit­tel gegen Alberts Lei­den anzu­bie­ten hat: einen Labellostift.





Mit Silke Lütt­mann konnte die schrille Rolle der gesprä­chi­gen Nach­ba­rin, die stets pünkt­lich zum Kaf­fee bei Röbens ein­trifft, nicht bes­ser besetzt wer­den. Toch­ter Ulrike hat es schwer, in der tur­bu­len­ten Fami­lie ihren Freund Wer­ner, den mit der Auf­klä­rung des Bank­rau­bes beauf­trag­ten Kri­mi­na­lis­ten, vor­zu­stel­len. Ledig­lich Mut­ter Wal­traut fin­det Gefal­len an ihm. Sie sieht sich als unent­behr­li­che „Kol­le­gin“ des Geset­zes­hü­ters. Wäh­rend sich in all dem Drun­ter und Drü­ber Oma Röben und Bert­hold Free­se­börg unfrei­wil­lig in Mut­ter Wal­trauds ver­dun­kel­ter Näh­stube begeg­nen und Albert einen anony­men Anruf bei der Kripo, den er und Bert­hold spä­ter köst­lich unge­schickt aus einer Tele­fon­zelle abset­zen, plant, hat das junge Paar unver­hofft die Chance, nicht nur den Bank­über­fall aufzuklären.

Das hei­tere Kri­mi­nal­stück hat sein Happy-End, doch zuvor kli­cken Hand­schel­len, plat­zen Alberts heim­li­che Träume, stran­gu­liert sich Bert­hold fast mit einer Wäsche­leine und Oma Röben bewaff­net sich mit einer Schere. Ob sie doch noch ihre Brille und Ulrike ihren Wer­ner fin­den? Es bleibt ihnen über­las­sen, dies durch einen Besuch der von flot­ten Sprü­chen, uner­schüt­ter­li­chen Lebens­weis­hei­ten, rus­ti­ka­len Wit­zen sowie dem einen und ande­ren hand­fes­ten Überg­riff gepräg­ten Komö­die her­aus­zu­fin­den. Eines ist auf alle Fälle gewiss: am Ende ist das Geld im Eimer!

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