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9Jan/081

Osterfeuer. Ursprünglich ein vorchristliches Frühjahrsfeuer

Strauchwerkannahme am Osterfeuerplatz am 01.03., 08.03., 15.03., 22.03 in der Zeit von 08:00 – 12:00 Uhr.Die Jugend­feu­er­wehr und die Schüt­zen­ju­gend Wie­fels­tede sam­meln kos­ten­los Weih­nachts­bäume und Strauch­werk für das Osterfeuer.

Oster­feuer. Wie kam es eigent­lich zu den Frühjahrsfeuern?

In der ger­ma­ni­schen Mytho­lo­gie galt Ostera als Göt­tin der Frucht­bar­keit und der Mor­gen­röte. Auch als Son­nen– und Früh­lings­göt­tin, die nach lan­gem Win­ter die Auf­er­ste­hung der Natur ver­kör­perte, trat sie in Erschei­nung. Ihr zu Ehren pfleg­ten die ger­ma­ni­schen Völ­ker den heid­ni­schen Brauch Oster­feuer zu ent­zün­den. Ostera war eine Toch­ter der Freya, der Him­mels­kö­ni­gin und Hoch­göt­tin der Asen, einem Göt­ter­ge­schlecht, und des Odin, des höchs­ten der von den ger­ma­ni­schen Völ­kern ver­ehr­ten Got­tes. Ihr Bru­der war Thor, der ger­ma­ni­sche Donner-, Gewit­ter– und Frucht­bar­keits­gott. Er kämpfte sieg­reich gegen die Eis­rie­sen des Win­ters. So konn­ten Ostera und er den Ein­zug des Früh­lings hal­ten. Lieb­lings­tier und Beglei­ter der Ostera war dabei der für seine Frucht­bar­keit bekannte Hase. Zum Hasen kam spä­ter als Sym­bol des wer­den­den Lebens das Ei. Natür­lich steckte hin­ter dem heid­ni­schen Kult der Oster­feuer auch ein nutz­brin­gen­der Gedanke, denn mit dem Feuer wollte man die im Brenn­ma­te­rial befind­li­chen Rau­pen und Insek­ten­lar­ven ver­nich­ten, um im fol­gen­den Som­mer einen Insek­ten­be­fall der Ernte und Seu­chen des Viehs vor­zu­beu­gen. Bereits wäh­rend der Chris­tia­ni­sie­rung der Ger­ma­nen wurde der Brauch Oster­feuer zu ent­zün­den auf der ers­ten deut­schen Kir­chen­ver­samm­lung zu Regens­burg (742) ver­bo­ten. Die Tra­di­tion konnte dage­gen nie aus den Köp­fen der Men­schen ver­trie­ben wer­den und hat sich bis heute erhalten.

Der Kunst­ma­ler Bern­hard Win­ter (geb. 14. März 1871 in Neu­en­brok bei Moor­riem, gest. 6. August 1964 in Olden­burg) berich­tet über die Oster­sit­ten und –bräu­che im Olden­bur­ger Land: „Meh­rere Wochen vor Ostern begann die Jugend schon zum Oster­feuer zu sam­meln und zog mit Schieb­kar­ren und Hand­wa­gen von Haus zu Haus, indem sie ihren Spruch (Anm.: Sam­mel­rie­mel) anstimm­ten. Sie erhiel­ten Stroh oder Sträu­cher oder vom Krä­mer eine Teer­tonne. Der Mit­tel­baum musste oft gestoh­len wer­den, aber der Bestoh­lene drückte stets ein Auge zu.“

Hier zwei sogen. „Sam­mel­rie­mels“:
(Quelle: Brauch­tum im Olden­bur­ger Land, Heinz Holz­berg Ver­lag, Oldenburg)

Wie sam­melt wat to´t Oster­für,
de olen Teer­tun­nen sünd to dür.
(Willt se us´n bäten gäwen,
schölt se de Freude mit­be­läwen.)
Alma Rogge

Wi hefft kin Reith, kin Stroh, kin Busch,
to steh­len hefft wi ok kin Lust.
Wer de Freud will mit­be­läwen,
mutt´n Schof Stroh, Reith, Busch utgäwen.
Plattd. Klen­ner 1940
Der Maler Bernhard Winter. 1871 – 1964.

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