Osterfeuer. Ursprünglich ein vorchristliches Frühjahrsfeuer
Die Jugendfeuerwehr und die Schützenjugend Wiefelstede sammeln kostenlos Weihnachtsbäume und Strauchwerk für das Osterfeuer.
Osterfeuer. Wie kam es eigentlich zu den Frühjahrsfeuern?
In der germanischen Mythologie galt Ostera als Göttin der Fruchtbarkeit und der Morgenröte. Auch als Sonnen– und Frühlingsgöttin, die nach langem Winter die Auferstehung der Natur verkörperte, trat sie in Erscheinung. Ihr zu Ehren pflegten die germanischen Völker den heidnischen Brauch Osterfeuer zu entzünden. Ostera war eine Tochter der Freya, der Himmelskönigin und Hochgöttin der Asen, einem Göttergeschlecht, und des Odin, des höchsten der von den germanischen Völkern verehrten Gottes. Ihr Bruder war Thor, der germanische Donner-, Gewitter– und Fruchtbarkeitsgott. Er kämpfte siegreich gegen die Eisriesen des Winters. So konnten Ostera und er den Einzug des Frühlings halten. Lieblingstier und Begleiter der Ostera war dabei der für seine Fruchtbarkeit bekannte Hase. Zum Hasen kam später als Symbol des werdenden Lebens das Ei. Natürlich steckte hinter dem heidnischen Kult der Osterfeuer auch ein nutzbringender Gedanke, denn mit dem Feuer wollte man die im Brennmaterial befindlichen Raupen und Insektenlarven vernichten, um im folgenden Sommer einen Insektenbefall der Ernte und Seuchen des Viehs vorzubeugen. Bereits während der Christianisierung der Germanen wurde der Brauch Osterfeuer zu entzünden auf der ersten deutschen Kirchenversammlung zu Regensburg (742) verboten. Die Tradition konnte dagegen nie aus den Köpfen der Menschen vertrieben werden und hat sich bis heute erhalten.
Der Kunstmaler Bernhard Winter (geb. 14. März 1871 in Neuenbrok bei Moorriem, gest. 6. August 1964 in Oldenburg) berichtet über die Ostersitten und –bräuche im Oldenburger Land: „Mehrere Wochen vor Ostern begann die Jugend schon zum Osterfeuer zu sammeln und zog mit Schiebkarren und Handwagen von Haus zu Haus, indem sie ihren Spruch (Anm.: Sammelriemel) anstimmten. Sie erhielten Stroh oder Sträucher oder vom Krämer eine Teertonne. Der Mittelbaum musste oft gestohlen werden, aber der Bestohlene drückte stets ein Auge zu.“
Hier zwei sogen. „Sammelriemels“:
(Quelle: Brauchtum im Oldenburger Land, Heinz Holzberg Verlag, Oldenburg)
Wie sammelt wat to´t Osterfür,
de olen Teertunnen sünd to dür.
(Willt se us´n bäten gäwen,
schölt se de Freude mitbeläwen.)
Alma Rogge
Wi hefft kin Reith, kin Stroh, kin Busch,
to stehlen hefft wi ok kin Lust.
Wer de Freud will mitbeläwen,
mutt´n Schof Stroh, Reith, Busch utgäwen.
Plattd. Klenner 1940
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23. Januar 2008 - 20:18
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