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16Nov/110

Rettet unseren Wochenmarkt!

Ein wei­te­res Stück­chen gän­gi­ger Tra­di­tion zieht sich schein­bar unab­wend­bar aus Wie­fels­tede zurück. Einst wur­den die Tante-Emma-Läden von Super­markt­ket­ten ver­drängt, nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann die bei­den letz­ten Händ­ler unse­res sonn­abend­li­chen und „am sei­de­nen Faden hän­gen­den“ Wochen­mark­tes „das Hand­tuch wer­fen“. Dann ist es vor­bei: kleine und mit­tel­stän­di­sche Händ­ler wer­den sich nicht mehr mit ihren Pro­duk­ten auf dem Rat­haus­platz prä­sen­tie­ren. Die Bele­bung der Orts­mitte wird um einen Anreiz ärmer wer­den, ein wei­te­rer Motor des inner­ört­li­chen Lebens wird ver­lo­ren gehen. „Das darf nicht sein!“, vor weni­gen Tagen wurde das dro­hende Ende des Wochen­mark­tes in unse­rer Regio­nal­zei­tung beklagt und erneut erging ein Hil­fe­ruf an die Gemeinde. Sicher­lich sind auch diese und der Rat als obers­tes Gemein­de­or­gan gefor­dert, aber soll­ten wir nicht alle „innere Ein­kehr hal­ten“ und uns in die Erin­ne­rung zurück­ru­fen, wel­che Mög­lich­kei­ten uns „unser Wochen­markt“ bot? Wie konnte es dazu kom­men, dass wir ihn nach und nach ver­nach­läs­sig­ten? Der Besuch eines Wochen­mark­tes bedeu­tet in leben­di­ger Atmo­sphäre mit Freude und Muße ein­zu­kau­fen und ist so für viele zu einer Art Ritual geworden.

Die Infra­struk­tur und die Park­platz­si­tua­tion mögen in der jet­zi­gen Situa­tion und am aktu­el­len Stand­ort eine nicht zu ver­nach­läs­si­gende Rolle spie­len. Wäre es nicht auch eine för­der­li­che Maß­nahme zur Ret­tung unse­res Wochen­mark­tes, den nun rasch anzu­wer­ben­den, aber auch den  gedul­dig aus­har­ren­den Händ­lern(!) mit­tels vor­über­ge­hend „selbst­lo­ser Stand­ge­büh­ren“ einen „Neu­an­fang“ in Wie­fels­tede schmack­haft zu machen? Von neuem könnte so die Fri­sche der regio­na­len Pro­dukte die Kun­din­nen und Kun­den in Wie­fels­tede über­zeu­gen, sie das reich­hal­tige Ange­bot an ökolo­gi­schen Erzeug­nis­sen begeis­tern und die bunte Viel­falt der Waren und Gerü­che wie­der das beson­dere Flair unse­res Wochen­mark­tes bestim­men. Örtli­che Hei­mat– und Orts­bür­ger­ver­eine, Gesangs– und Musik­ver­eine, Orts­land­volk– und Land­frau­en­ver­eine, Sport-, Schüt­zen­ver­ein und Inter­es­sen­grup­pen könn­ten den Wochen­markt als „ihr Podium“ ent­de­cken, Ver­mie­ter von Feri­en­woh­nun­gen und –häu­sern könn­ten ihren Gäs­ten wie­der eine inter­es­sante Sehens­wür­dig­keit emp­feh­len und die bit­tere Erfah­rung „Meist belehrt erst der Ver­lust über den Wert der Dinge.“ (Arthur Scho­pen­hauer) bliebe uns „markt­wirt­schaft­lich“ erspart.

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