Rettet unseren Wochenmarkt!
Ein weiteres Stückchen gängiger Tradition zieht sich scheinbar unabwendbar aus Wiefelstede zurück. Einst wurden die Tante-Emma-Läden von Supermarktketten verdrängt, nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann die beiden letzten Händler unseres sonnabendlichen und „am seidenen Faden hängenden“ Wochenmarktes „das Handtuch werfen“. Dann ist es vorbei: kleine und mittelständische Händler werden sich nicht mehr mit ihren Produkten auf dem Rathausplatz präsentieren. Die Belebung der Ortsmitte wird um einen Anreiz ärmer werden, ein weiterer Motor des innerörtlichen Lebens wird verloren gehen. „Das darf nicht sein!“, vor wenigen Tagen wurde das drohende Ende des Wochenmarktes in unserer Regionalzeitung beklagt und erneut erging ein Hilferuf an die Gemeinde. Sicherlich sind auch diese und der Rat als oberstes Gemeindeorgan gefordert, aber sollten wir nicht alle „innere Einkehr halten“ und uns in die Erinnerung zurückrufen, welche Möglichkeiten uns „unser Wochenmarkt“ bot? Wie konnte es dazu kommen, dass wir ihn nach und nach vernachlässigten? Der Besuch eines Wochenmarktes bedeutet in lebendiger Atmosphäre mit Freude und Muße einzukaufen und ist so für viele zu einer Art Ritual geworden.
Die Infrastruktur und die Parkplatzsituation mögen in der jetzigen Situation und am aktuellen Standort eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen. Wäre es nicht auch eine förderliche Maßnahme zur Rettung unseres Wochenmarktes, den nun rasch anzuwerbenden, aber auch den geduldig ausharrenden Händlern(!) mittels vorübergehend „selbstloser Standgebühren“ einen „Neuanfang“ in Wiefelstede schmackhaft zu machen? Von neuem könnte so die Frische der regionalen Produkte die Kundinnen und Kunden in Wiefelstede überzeugen, sie das reichhaltige Angebot an ökologischen Erzeugnissen begeistern und die bunte Vielfalt der Waren und Gerüche wieder das besondere Flair unseres Wochenmarktes bestimmen. Örtliche Heimat– und Ortsbürgervereine, Gesangs– und Musikvereine, Ortslandvolk– und Landfrauenvereine, Sport-, Schützenverein und Interessengruppen könnten den Wochenmarkt als „ihr Podium“ entdecken, Vermieter von Ferienwohnungen und –häusern könnten ihren Gästen wieder eine interessante Sehenswürdigkeit empfehlen und die bittere Erfahrung „Meist belehrt erst der Verlust über den Wert der Dinge.“ (Arthur Schopenhauer) bliebe uns „marktwirtschaftlich“ erspart.