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29Mai/101

Rhododendronpark Gristede

„To Pings­ten, ach wie scheun, — wenn de Natur so greun, un all’ns na buten geiht, dat is een wohre Freid!“ – „De Ping­st­tour“, eines der berühms­tes­ten Lie­der des platt­deut­schen Humo­ris­ten und Lied­tex­ters Hein­rich Köl­lisch aus St. Pauli. Viel­leicht fühl­ten sich einige Ham­bur­ger Gäste des Rho­do­den­dron­parks in Gris­tede in die­sem Jahr gerade durch die­ses humor­volle Lied inspi­riert, ihren Pfings­t­aus­flug in der sehr schö­nen Anlage an der Land­straße von Wie­fels­tede nach Bad Zwi­schen­ahn zu beginnen.


Doch nicht nur Han­sea­ten aus Ham­burg und Bre­men waren an die­sem Wochen­ende hier zu Gast. Schon früh am Mor­gen war der Park­platz an der Gris­te­der Straße mit Fahr­zeu­gen aus Nien­burg, aus Bad Doberan, aus dem Hohen­lo­he­kreis in Baden-Württemberg, aus dem Land­kreis Holz­min­den und aus Fulda voll­stän­dig besetzt.



Das Ammer­land wurde nach 1945 ein Zen­trum der Rho­do­den­dron­zucht. Den grie­chi­schen Begriff „Rosen­baum“, tat­säch­lich nann­ten die Hel­le­nen so den Ole­an­der, über­trug Carl von Linné im 18. Jahr­hun­dert auch auf den Rho­do­den­dron, der unbe­strit­ten zu den schöns­ten Früh­lings­sträu­chern gehört. Von April bis Mai treibt er robuste Blät­ter und pracht­volle, stark duf­tende Blü­ten aus.



Von April bis Mai treibt er robuste Blät­ter und pracht­volle, stark duf­tende Blü­ten aus. Natur­nah, doch nicht „durch­ein­an­der“ wirkt der im lich­ten Schat­ten eines Kie­fern­wal­des gele­gene Rho­do­den­dron­park der Baum­schule Joh. Bruns auf die zahl­rei­chen Besu­cher, die sich an die­sem noch sehr frü­hen Pfingst­mon­tag ein­ge­fun­den haben. Breite Wege füh­ren durch den Park. Pro­blem­los kön­nen sich auf ihnen rad­wan­dernde, in der Anlage ihre Fahr­rä­der schie­bende Besu­cher und die Fami­lie wäh­rend ihres gemein­sa­men Aus­flu­ges begeg­ne­ten. Und auch die roll­stuhl­fah­rende Gruppe aus Nord­horn mit ihren Beglei­tern fin­det genü­gend Raum, um den Infor­ma­tio­nen und Erklä­run­gen ihrer Lei­te­rin Fenna Meyer aus Emlich­heim zu lau­schen oder die Namen der über 800 Rho­do­den­dron– und Frei­land­a­za­leen­sor­ten zu stu­die­ren. Da kann es schon ein­mal pas­sie­ren, dass man der Gemah­lin des eins­ti­gen Bun­des­prä­si­den­ten „Mari­anne (Frei­frau) von Weiz­sä­cker“ gegen­über­steht oder „Grä­fin Sonja (Ber­na­dotte)“ begeg­net. Dies aller­dings in Form her­aus­ra­gen­der Rho­do­den­dron­züch­tun­gen, um nur zwei der von Ende April bis Anfang Juni im Park blü­hen­den impo­san­ten Blü­ten­pflan­zen zu nen­nen. Eigent­lich sind die immer­grü­nen Sträu­cher im fer­nen Asien behei­ma­tet. Rhodondendron-Wildarten fin­den sich aber auch in den euro­päi­schen Alpen sowie an der Ost­küste Nord­ame­ri­kas. Die ers­ten Pflan­zen sol­len im 18. und 19. Jahr­hun­dert von Wis­sen­schaft­lern und Mis­sio­na­ren nach Europa gebracht wor­den sein. Rho­do­den­dron beste­chen durch ihr kräf­tig grü­nes Laub und die zar­ten Blü­ten­far­ben und zäh­len zu den belieb­tes­ten Gartengehölzen.

Neben dem Park­be­reich im Halb­schat­ten des Kie­fern­wal­des dient die von chi­ne­si­schen Mam­mut­bäu­men gesäumte Teich­an­lage der Ent­span­nung. Inter­es­sante japa­ni­sche Ahorn– und Cor­nus­ar­ten, letz­tere auch als Horn­sträu­cher geläu­fig, zie­hen, wie die bei­den „Bade­gäste“ am und im Teich, die Bli­cke der Besu­cher auf sich.



Neben Euro­pas größ­ter Rho­do­den­dron­show und einem umfang­rei­chen Pro­gramm auf rund 10.000 Qua­drat­me­ter Flä­che in der blü­hen­den Kreis­stadt Wes­ter­stede bie­tet der far­ben­präch­tige Park in Gris­tede, deren Betrei­ber auf über 130 Jahre Baum­schul­er­fah­rung zurück­blickt, Frei­raum für Erho­lung und aktive Ent­span­nung. Und das zum Nulltarif.

Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Hallo Herr Stock,
    diese wun­der­ba­ren Ein­drü­cke kann ich nur bestä­ti­gen. Ich habe die Rhodo in Wes­ter­stede zuletzt vor 4 Jah­ren besucht und war begeis­tert. Wir waren natür­lich auch im Park der Fa. Bruns. Als Land­schafts­gärt­ner gehört ein Besuch die­ser Anla­gen zur Blü­te­zeit schon fast zum Pflicht­pro­gramm.
    Gruß
    Tho­mas Buchenauer


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