Rhododendronpark Gristede
„To Pingsten, ach wie scheun, — wenn de Natur so greun, un all’ns na buten geiht, dat is een wohre Freid!“ – „De Pingsttour“, eines der berühmstesten Lieder des plattdeutschen Humoristen und Liedtexters Heinrich Köllisch aus St. Pauli. Vielleicht fühlten sich einige Hamburger Gäste des Rhododendronparks in Gristede in diesem Jahr gerade durch dieses humorvolle Lied inspiriert, ihren Pfingstausflug in der sehr schönen Anlage an der Landstraße von Wiefelstede nach Bad Zwischenahn zu beginnen.
Doch nicht nur Hanseaten aus Hamburg und Bremen waren an diesem Wochenende hier zu Gast. Schon früh am Morgen war der Parkplatz an der Gristeder Straße mit Fahrzeugen aus Nienburg, aus Bad Doberan, aus dem Hohenlohekreis in Baden-Württemberg, aus dem Landkreis Holzminden und aus Fulda vollständig besetzt.
Das Ammerland wurde nach 1945 ein Zentrum der Rhododendronzucht. Den griechischen Begriff „Rosenbaum“, tatsächlich nannten die Hellenen so den Oleander, übertrug Carl von Linné im 18. Jahrhundert auch auf den Rhododendron, der unbestritten zu den schönsten Frühlingssträuchern gehört. Von April bis Mai treibt er robuste Blätter und prachtvolle, stark duftende Blüten aus.
Von April bis Mai treibt er robuste Blätter und prachtvolle, stark duftende Blüten aus. Naturnah, doch nicht „durcheinander“ wirkt der im lichten Schatten eines Kiefernwaldes gelegene Rhododendronpark der Baumschule Joh. Bruns auf die zahlreichen Besucher, die sich an diesem noch sehr frühen Pfingstmontag eingefunden haben. Breite Wege führen durch den Park. Problemlos können sich auf ihnen radwandernde, in der Anlage ihre Fahrräder schiebende Besucher und die Familie während ihres gemeinsamen Ausfluges begegneten. Und auch die rollstuhlfahrende Gruppe aus Nordhorn mit ihren Begleitern findet genügend Raum, um den Informationen und Erklärungen ihrer Leiterin Fenna Meyer aus Emlichheim zu lauschen oder die Namen der über 800 Rhododendron– und Freilandazaleensorten zu studieren. Da kann es schon einmal passieren, dass man der Gemahlin des einstigen Bundespräsidenten „Marianne (Freifrau) von Weizsäcker“ gegenübersteht oder „Gräfin Sonja (Bernadotte)“ begegnet. Dies allerdings in Form herausragender Rhododendronzüchtungen, um nur zwei der von Ende April bis Anfang Juni im Park blühenden imposanten Blütenpflanzen zu nennen. Eigentlich sind die immergrünen Sträucher im fernen Asien beheimatet. Rhodondendron-Wildarten finden sich aber auch in den europäischen Alpen sowie an der Ostküste Nordamerikas. Die ersten Pflanzen sollen im 18. und 19. Jahrhundert von Wissenschaftlern und Missionaren nach Europa gebracht worden sein. Rhododendron bestechen durch ihr kräftig grünes Laub und die zarten Blütenfarben und zählen zu den beliebtesten Gartengehölzen.
Neben dem Parkbereich im Halbschatten des Kiefernwaldes dient die von chinesischen Mammutbäumen gesäumte Teichanlage der Entspannung. Interessante japanische Ahorn– und Cornusarten, letztere auch als Hornsträucher geläufig, ziehen, wie die beiden „Badegäste“ am und im Teich, die Blicke der Besucher auf sich.
Neben Europas größter Rhododendronshow und einem umfangreichen Programm auf rund 10.000 Quadratmeter Fläche in der blühenden Kreisstadt Westerstede bietet der farbenprächtige Park in Gristede, deren Betreiber auf über 130 Jahre Baumschulerfahrung zurückblickt, Freiraum für Erholung und aktive Entspannung. Und das zum Nulltarif.
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30. Mai 2010 - 08:30
Hallo Herr Stock,
diese wunderbaren Eindrücke kann ich nur bestätigen. Ich habe die Rhodo in Westerstede zuletzt vor 4 Jahren besucht und war begeistert. Wir waren natürlich auch im Park der Fa. Bruns. Als Landschaftsgärtner gehört ein Besuch dieser Anlagen zur Blütezeit schon fast zum Pflichtprogramm.
Gruß
Thomas Buchenauer