Stroh. Von der Streu zum Grundstoff einer Biogasanlage
Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter. Nun traf es sich, dass er mit dem König ins Gespräch kam und zu ihm sagte: „Ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen.“ Da schickte der König drei fleißige Wiefelsteder auf´s Feld, ihm reichlich ausgedroschene und getrocknete Halme und Stängel zu sammeln.
Naja, ganz so hat es sich dann heute nachmittag doch nicht auf „unserem“ Feld zugetragen …
Die Zeiten haben sich geändert. 1909 wusste Meyers Lexikon über Stroh folgendes zu berichten: „Die entkörnten Halme und Stengel von Feldfrüchten, im engeren Sinne nur die des Getreides. Stroh dient als Futter und als Einstreu.“
In einem modernen Umweltlexikon findet sich heute der folgende Text: „Stroh war früher ein begehrtes Material für die Tierhaltung, da es als Streu verwendet wurde. Heute, durch die zweifelhafte moderne Viehzucht mit automatischem Dungaustrag, wird in diesem Bereich kein Stroh mehr benötigt. In biologisch geführten Bauernhöfen wird Stroh traditionell als Streu verwendet, welches die Unmengen von Gülle vermeidet, dafür ein wichtiges Düngemittel produziert und als Grundstoff für eine Biogasanlage verwendet werden kann.“
(Quelle: http://www.umweltlexikon-online.de)