Wenn das der Maibaum wüsste …
Der Name des auch als Wonne– oder Weidemonat bekannten Monat Mai (lat. Maius) soll aus einer Ableitung des lateinischen Verbs „maiere“ (wachsen) entstanden sein.
Einen weiteren Ursprung des fünften Monats des Jahres glaubt man in der Göttin des Wachstums und Tochter des Atlas „Maia“ gefunden zu haben. In der griechischen Mythologe ist sie die Mutter des Götterboten Hermes, der sich nebenbei auch einen Namen als Gott der Diebe machte, gewesen. Noch heute finden wir Maia, von einem Nebel umgeben, gemeinsam mit ihren Schwestern im Sternbild der Plejaden.
Der Maibaum wurde als Freiheitsbaum auch als ein Sinnbild der Freiheit u. a. in den Vereinigten Staaten von Amerika (Unabhängigskeitskrieg) und in Deutschland 1848 aufgestellt.
Der Maiaufstand zur Durchführung der deutschen Reichsverfassung 1849 in Dresden, in der Pfalz und in Baden wurde von preussischen Truppen, die man daraufhin als „Maikäfer“ bezeichnete, unterdrückt.
Speziell in Hessen, Westfalen und dem Rheinland gab es den Brauch der Mailehen, der auch als Maibrautschaft oder Mädchenlehen bezeichnet wurde. Mädchen wurden dabei meistbietend an Burschen versteigert. Das erwählte Mädchen (Maibraut, Maikönigin) hatte, wenn es einwilligte, die Verpflichtung, mit seinem „Ersteigerer“ das ganze Jahr zusammenzugehen. „Die übrigbleibenden Mädchen wurden zusammen ausgestellt und billig einem Mitleidigen zugeschlagen“. (Quelle: Eifeler Volkskunde, Adam Wrede, 1924)
Es würde nun wirklich zu einer unendlichen Geschichte ausufern, würde ich auf alle regionalen Bräuche rund um den Maibaum wie den „grünen Georg“, den „Pfingstlümmel“ und den „Gras-“ oder „Lattichkönig“ eingehen. Bilden Sie sich Ihre ganz persönliche Meinung und besuchen Sie am 30. April 2008 das „Haus des Gastes“ in Wiefelstede zum „Tanz in den Mai“, der auch in diesem Jahr ohne Versteigerung und „übrigbleibende Mädchen“ veranstaltet wird.