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20Apr/080

Wenn das der Maibaum wüsste …

Maibaum (aus: www.derkleinegarten.de)Der Name des auch als Wonne– oder Wei­de­mo­nat bekann­ten Monat Mai (lat. Maius) soll aus einer Ablei­tung des latei­ni­schen Verbs „maiere“  (wach­sen) ent­stan­den sein.

Eine weitere Namensdeutung des WonnemonatsEinen wei­te­ren Ursprung des fünf­ten Monats des Jah­res glaubt man in der Göt­tin des Wachs­tums und Toch­ter des Atlas „Maia“ gefun­den zu haben. In der grie­chi­schen Mytho­loge ist sie die Mut­ter des Göt­ter­bo­ten Her­mes, der sich neben­bei auch einen Namen als Gott der Diebe machte, gewe­sen. Noch heute fin­den wir Maia, von einem Nebel umge­ben, gemein­sam mit ihren Schwes­tern im Stern­bild der Plejaden.

Aufruhr 1849Der Mai­baum wurde als Frei­heits­baum auch als ein Sinn­bild der Frei­heit u. a. in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­rika (Unab­hän­gigs­keits­krieg) und in Deutsch­land 1848 aufgestellt.

Amts‑ und Intelligenzblatt vom 22. Mai 1849Der Mai­auf­stand zur Durch­füh­rung der deut­schen Reichs­ver­fas­sung 1849 in Dres­den, in der Pfalz und in Baden wurde von preus­si­schen Trup­pen, die man dar­auf­hin als „Mai­kä­fer“ bezeich­nete, unterdrückt.

Ein MaikäferSpe­zi­ell in Hes­sen, West­fa­len und dem Rhein­land gab es den Brauch der Mai­l­ehen, der auch als Mai­braut­schaft oder Mäd­chen­le­hen bezeich­net wurde. Mäd­chen wur­den dabei meist­bie­tend an Bur­schen ver­stei­gert. Das erwählte Mäd­chen (Mai­braut, Mai­kö­ni­gin) hatte, wenn es ein­wil­ligte, die Ver­pflich­tung, mit sei­nem „Erstei­ge­rer“ das ganze Jahr zusam­men­zu­ge­hen. „Die übrig­blei­ben­den Mäd­chen wur­den zusam­men aus­ge­stellt und bil­lig einem Mit­lei­di­gen zuge­schla­gen“. (Quelle: Eife­ler Volks­kunde, Adam Wrede, 1924)

… noch ein MaikäferEs würde nun wirk­lich zu einer unend­li­chen Geschichte aus­ufern, würde ich auf alle regio­na­len Bräu­che rund um den Mai­baum wie den „grü­nen Georg“, den „Pfingst­lüm­mel“ und den „Gras-“ oder „Lat­tich­kö­nig“ ein­ge­hen. Bil­den Sie sich Ihre ganz per­sön­li­che Mei­nung und besu­chen Sie am 30. April 2008 das „Haus des Gas­tes“ in Wie­fels­tede zum „Tanz in den Mai“, der auch in die­sem Jahr ohne Ver­stei­ge­rung und „übrig­blei­bende Mäd­chen“ ver­an­stal­tet wird.

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