Baustelle Fliegerhorst Upjever
282,5 Hektar Land. Bis zu 4.000 Beschäftigte. Zwei Zahlen, die für den Beginn der Geschichte des Fliegerhorstes Upjever stehen.
Doch der Reihe nach: im März 1935 begannen die Verhandlungen zum Ankauf der Ländereien für den geplanten Bau des Fliegerhorstes. 282,5 Hektar wurden schließlich gekauft. Hektar, für Land– und Forstwirte kein Problem, für diejenigen, die es bestimmbarer wissen möchten: 1 Hektar = 100 Ar = 10.000 m². Am 2. April 1935 richtete der verantwortliche Bauleiter Dr Schütt mit seinen Mitarbeitern ein Büro im Kaffeehaus Rahrdum ein.
Hans Arps, im März 1936 Hauptmann und Chef einer Nachrichtenkompanie in Upjever, wusste zu berichten, dass im Zuge der allgemeinen Aufrüstung nach 1933 die Luftwaffe als wesentlicher Teil der Kampfkräfte eine besondere Bedeutung gewann. Für die Luftverteidigung der Deutschen Bucht war schon 1934 Jever als strategisch wichtiger Standort erkannt worden. Auch die natürliche Tarnung durch den Forst Upjever und die damals verhältnismäßig geringe Besiedlung der angrenzenden Gebiete spielten bei der Entscheidung eine bedeutende Rolle.
Vier Monate später, im Juli 1935, begannen die Bauarbeiten mit bis zu 4.000 Beschäftigten und bereits am 8. März 1936 trafen ein Vorkommando und die Nachrichtenkompanie unter der Führung Arps ein. Am 15. April 1936 landeten die ersten sieben Maschinen der 2./Küstenjagdgruppe 136 aus Kiel-Holtenau kommend in Upjever. Doppeldecker-Jagdflugzeuge vom Typ Heinkel He 51, die in den Jahren 1935 bis 1942 bei der deutschen Luftwaffe eingesetzt wurden.
Die übrigen Truppenteile, wie das Bodenpersonal und der bis dahin noch fehlende Zug der Horstkompanie, rückten am 20. April 1936 in Upjever ein. Hauptmann Mettig wurde als Staffelkapitän der 2./Küstenjagdgruppe 136 gem. Befehlsentwurf des Reichministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe vom 5. Dezember 1935 zum Fliegerhorstkommandanten bestimmt.
Am 1. Mai 1936 wurde in einer großen militärischen Feierstunde auf dem Fliegerhorst und nach einer Parade durch die Stadt Jever, die Fliegertruppe in Friesland empfangen. „Er habe den Boden der Stadt Jever mit dem Säbel begrüßt“, schrieb später ein formgewandter Journalist, weil dem Kommandanten Mettig beim Salutieren der Säbel aus der Hand glitt und dieser beinahe zu Boden gefallen wäre, hätte er ihn nicht im Fallen noch einmal fassen können.
Am 20. Februar 1937 erfolgt die Übergabe der Truppenfahne durch den Kommandierenden General und Befehlshaber im Luftkreis VI, General der Flieger Konrad Zander (1883–1947). 20.000 Besucher, so spätere Schätzungen, sollen am 6. Juni 1937 den ersten Flugtag in Upjever besucht haben. „Beim Eingang zum Upjeverschen Busch herrschte während vieler Stunden ein Massenverkehr, wie es die Rahrdumer noch niemals erlebt haben. Es war da kein Wunder, dass „Klein-Hänschen“ höher hinaus musste, was in Ermangelung einer anderen Gelegenheit nur auf Vaters Schultern möglich war“, berichtete die Presse am 14. Juni 1937.
Quellen:
- „Fliegerhorst Upjever –Luftwaffe in Friesland– Versuch einer Dokumentation 1936 – 1986“ Frau Sybille Schneider,
- Jeversches Wochenblatt 2. Mai 1936, 27. Mai 1937 sowie 3. Juni 1937 und 14. Juni 1937,
- Befehlsentwurf „Aufstellung der Fliegerhorstkommandanturen (See) Jever und Pütnitz“ vom 5. Dezember 1935, Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, 16. Ausfertigung
- Vortrag Herr Hans Arps, undatiert
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