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11Jun/090

Baustelle Fliegerhorst Upjever

Original Kupfertiefdruck. Eine s/w Ansichtskarte aus dem Verlag B. Husmann, Jever. Die Aufnahme entstand im „alten Holz“, das bis 1918 noch zum Hofjagdgebiet gehörte.282,5 Hektar Land. Bis zu 4.000 Beschäf­tigte. Zwei Zah­len, die für den Beginn der Geschichte des Flie­ger­hors­tes Upje­ver ste­hen.
Doch der Reihe nach: im März 1935 began­nen die Ver­hand­lun­gen zum Ankauf der Län­de­reien für den geplan­ten Bau des Flie­ger­hors­tes. 282,5 Hektar wur­den schließ­lich gekauft. Hektar, für Land– und Forst­wirte kein Pro­blem, für die­je­ni­gen, die es bestimm­ba­rer wis­sen möch­ten: 1 Hektar = 100 Ar = 10.000 m². Am 2. April 1935 rich­tete der ver­ant­wort­li­che Bau­lei­ter Dr Schütt mit sei­nen Mit­ar­bei­tern ein Büro im Kaf­fee­haus Rahr­dum ein.

AufstellungsbefehlHans Arps, im März 1936 Haupt­mann und Chef einer Nach­rich­ten­kom­pa­nie in Upje­ver, wusste zu berich­ten, dass im Zuge der all­ge­mei­nen Auf­rüs­tung nach 1933 die Luft­waffe als wesent­li­cher Teil der Kampf­kräfte eine beson­dere Bedeu­tung gewann. Für die Luft­ver­tei­di­gung der Deut­schen Bucht war schon 1934 Jever als stra­te­gisch wich­ti­ger Stand­ort erkannt wor­den. Auch die natür­li­che Tar­nung durch den Forst Upje­ver und die damals ver­hält­nis­mä­ßig geringe Besied­lung der angren­zen­den Gebiete spiel­ten bei der Ent­schei­dung eine bedeu­tende Rolle.

Die ersten Flugzeuge landeten noch auf einer Graspiste.Vier Monate spä­ter, im Juli 1935, began­nen die Bau­ar­bei­ten mit bis zu 4.000 Beschäf­tig­ten und bereits am 8. März 1936 tra­fen ein Vor­kom­mando und die Nach­rich­ten­kom­pa­nie unter der Füh­rung Arps ein. Am 15. April 1936 lan­de­ten die ers­ten sie­ben Maschi­nen der 2./Küstenjagdgruppe 136 aus Kiel-Holtenau kom­mend in Upje­ver. Doppeldecker-Jagdflugzeuge vom Typ Hein­kel He 51, die in den Jah­ren 1935 bis 1942 bei der deut­schen Luft­waffe ein­ge­setzt wurden.

„Die ersten Piloten in Upjever“, lautet der Text zu dieser Aufnahme.Die übri­gen Trup­pen­teile, wie das Boden­per­so­nal und der bis dahin noch feh­lende Zug der Horst­kom­pa­nie, rück­ten am 20. April 1936 in Upje­ver ein. Haupt­mann Met­tig wurde als Staf­fel­ka­pi­tän der 2./Küstenjagdgruppe 136 gem. Befehls­ent­wurf des Reich­mi­nis­ters der Luft­fahrt und Ober­be­fehls­ha­bers der Luft­waffe vom 5. Dezem­ber 1935 zum Flie­ger­horst­kom­man­dan­ten bestimmt.

Am 1. Mai 1936 wurde in einer gro­ßen mili­tä­ri­schen Fei­er­stunde auf dem Flie­ger­horst und nach einer Parade durch die Stadt Jever, die Flie­ger­truppe in Fries­land emp­fan­gen. „Er habe den Boden der Stadt Jever mit dem Säbel begrüßt“, schrieb spä­ter ein form­ge­wand­ter Jour­na­list, weil dem Kom­man­dan­ten Met­tig beim Salu­tie­ren der Säbel aus der Hand glitt und die­ser bei­nahe zu Boden gefal­len wäre, hätte er ihn nicht im Fal­len noch ein­mal fas­sen können.

Ausschnitt aus dem Jeverschen Wochenblatt: "Flieger über ihrem Horst".Am 20. Februar 1937 erfolgt die Überg­abe der Trup­pen­fahne durch den Kom­man­die­ren­den Gene­ral und Befehls­ha­ber im Luft­kreis VI, Gene­ral der Flie­ger Kon­rad Zan­der (1883–1947). 20.000 Besu­cher, so spä­tere Schät­zun­gen, sol­len am 6. Juni 1937 den ers­ten Flug­tag in Upje­ver besucht haben. „Beim Ein­gang zum Upje­ver­schen Busch herrschte wäh­rend vie­ler Stun­den ein Mas­sen­ver­kehr, wie es die Rahr­d­u­mer noch nie­mals erlebt haben. Es war da kein Wun­der, dass „Klein-Hänschen“ höher hin­aus musste, was in Erman­ge­lung einer ande­ren Gele­gen­heit nur auf Vaters Schul­tern mög­lich war“, berich­tete die Presse am 14. Juni 1937.

Quel­len:
- „Flie­ger­horst Upje­ver –Luft­waffe in Fries­land– Ver­such einer Doku­men­ta­tion 1936 – 1986“ Frau Sybille Schnei­der,
- Jever­sches Wochen­blatt 2. Mai 1936, 27. Mai 1937 sowie 3. Juni 1937 und 14. Juni 1937,
- Befehls­ent­wurf „Auf­stel­lung der Flie­ger­horst­kom­man­dan­tu­ren (See) Jever und Püt­nitz“ vom 5. Dezem­ber 1935, Der Reichs­mi­nis­ter der Luft­fahrt und Ober­be­fehls­ha­ber der Luft­waffe, 16. Aus­fer­ti­gung
- Vor­trag Herr Hans Arps, undatiert

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