Verspäteter Kinobesuch
In einigen Standorten der Bundeswehr sind bzw. waren aufgrund der besonderen Betreuungssituation Truppenkinos eingerichtet. Das Kino, das ich heute besuchte, wurde in den 50er Jahren durch die Royal Air Force eingerichtet und betrieben. Später diente es der Luftwaffe. Irgendwann führte es ein privater Unternehmer und dann, dann blieb die Zeit stehen …
Diesen Arbeitsplatz als Filmschneidetisch zu bezeichnen, ist sicherlich etwas hoch gegriffen. Wurde aber eine Beschädigung am Film festgestellt, dann war es angebracht, diese sofort herauszuschneiden und zu kleben.
Und das geschah an diesem Tisch.
Filmvorführer der Bundeswehr spielten Filme mit Hilfe von Filmvorführapparaten und Projektionsgeräten ab. Sie waren für die Vorbereitung und Durchführung von Filmvorführungen zuständig. Dafür qualifizierten sie sich während eines dreitägigen Lehrgangs in Hannover.
Und zwischendurch rauchten sie vielleicht eine Aktive und tranken den Limonadenklassiker und ältesten Softdrink Europas, eine Sinalco.
Ein Hamburger Filmvorführer: „Ein oder zweimal in der Woche war Filmwechsel. Man mußte die Filme in eine Steckspule tun und von Hand umspulen. Es war lange Zeit verboten, elektrisch umzuspulen. Man hat den Film durch die Hand laufen lassen, um einen Eindruck zu bekommen. Hatte er Perforationsschäden, dann wusste man schon, dass man sich auf Filmrisse einzustellen hatte und lag auf der Lauer. Eine Kerbe machte man nur, wenn ein Riss in der Perforation war, damit er nicht weiter riss. Wenn aber schon mehrere Perforationslöcher nebeneinander beschädigt waren, schnitt man die Bilder lieber ganz raus und flickte den Film wieder zusammen.“
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