Spargel (Asparagus officinalis) und seine Tücke
Ursprünglich stammt der Spargel aus Kleinasien. Zunächst verbreitete er sich von dort aus im gesamten Mittelmeerraum, bis er schließlich mit den römischen
Feldzügen im gesamten Römischen Reich, also auch im damaligen Germanien, dem heutigen Mitteleuropa, bekannt wurde. Man sagte schon damals dem Spargel wundersame Kräfte nach. So trugen Bräute im antiken Griechenland einen Kranz aus wildem Spargel und junge Römer hängten sich Spargelstangen als Liebesamulett um den Hals.
In einem alten Apothekerbuch findet sich der Satz: “Spargel in der Speise genossen, bringt lustige Begier den Männlein.” Bevor er als delikates Gemüse entdeckt wurde, wusste man um den Gesundheitswert des Spargels, der deshalb botanisch Asparagus officinalis genannt wurde. Die Pflanze gehört zu den Liliengewächsen, wie etwa Zwiebeln, Knoblauch, Porree und Schnittlauch, die im Garten nicht direkt neben dem Spargelbeet angebaut werden dürfen. (Quelle: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen)
Sicherlich haben Sie sich schon nach dem ausgiebigen Genuss von köstlichem Spargel während des Besuchs eines abgeschiedenen Örtchens gefragt, woher dieser ach so befremdende Geruch beim Wasserlassen stammt.
Der hohe Gehalt an Kalium und dem Aromastoff Asparagin sorgt dafür, dass vermehrt Wasser im Körper produziert wird und die Nieren zur Entwässerung angeregt werden. Spargel enthält nicht nur für die Förderung der Darmtätigkeit viele Ballaststoffe, er bringt auch die zum Aufquellen notwendige Flüssigkeitsmenge mit, da er zu 94 % aus Wasser besteht.
Einen ersten Hinweis darauf, was es mit dem „Odeur“ auf sich haben könnte, geben die Sprossachsen des Spargels, die für den Stofftransport innerhalb der Pflanzen sorgen. In ihnen können schwefelhaltige Verbindungen nachgewiesen werden. Dies gibt Anlass zu der Vermutung, die Verbindungen oder vielmehr ihre Abbauprodukte entwickeln diesen unangenehmen Geruch. Wie das im Detail abläuft, wissen die Forscher bis heute nicht. Was sie allerdings entdeckten ist, dass dieser geruchsintensive Prozess bei manchen Menschen abläuft und bei manchen nicht. Wie kann das sein? Genetisch bedingt besitzen manche Personen nicht die Enzyme zum biochemischen Um– und Abbau (Metabolisierung) der Spargelaromastoffe und produzieren somit die Geruchsstoffe nicht. Andere wiederum rümpfen sich weiterhin die Nase.
Quelle: Arbeitsgruppe Didaktik der Chemie II (”DC2″) um Prof. Dr. R. Blume, Fakultät für Chemie der Universität Bielefeld