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24Mai/080

Spargel (Asparagus officinalis) und seine Tücke

Spargel. Besitzt er wundersame Kräfte?Ursprüng­lich stammt der Spar­gel aus Klein­asien. Zunächst ver­brei­tete er sich von dort aus im gesam­ten Mit­tel­meer­raum, bis er schließ­lich mit den römi­schen
Feld­zü­gen im gesam­ten Römi­schen Reich, also auch im dama­li­gen Ger­ma­nien, dem heu­ti­gen Mit­tel­eu­ropa, bekannt wurde. Man sagte schon damals dem Spar­gel wun­der­same Kräfte nach. So tru­gen Bräute im anti­ken Grie­chen­land einen Kranz aus wil­dem Spar­gel und junge Römer häng­ten sich Spar­gel­stan­gen als Lie­besa­mu­lett um den Hals.

Der Grünspargel wurde bereits von den Ägyptern, den Griechen und Römern angebaut. In Deutschland fand er um 1540 im oberrheinischen Tiefland seine Verbreitung.In einem alten Apo­the­ker­buch fin­det sich der Satz: “Spar­gel in der Speise genos­sen, bringt lus­tige Begier den Männ­lein.” Bevor er als deli­ka­tes Gemüse ent­deckt wurde, wusste man um den Gesund­heits­wert des Spar­gels, der des­halb bota­nisch Aspa­ra­gus offi­ci­na­lis genannt wurde. Die Pflanze gehört zu den Lili­en­ge­wäch­sen, wie etwa Zwie­beln, Knob­lauch, Por­ree und Schnitt­lauch, die im Gar­ten nicht direkt neben dem Spar­gel­beet ange­baut wer­den dür­fen. (Quelle: Land­wirt­schafts­kam­mer Nordrhein-Westfalen)

Unsere Nase ist – wie kaum ein anderes Organ – schädlichen Umwelteinflüssen unmittelbar ausgesetzt.Sicher­lich haben Sie sich schon nach dem aus­gie­bi­gen Genuss von köst­li­chem Spar­gel wäh­rend des Besuchs eines abge­schie­de­nen Örtchens gefragt, woher die­ser ach so befrem­dende Geruch beim Was­ser­las­sen stammt.

Der hohe Gehalt an Kalium und dem Aro­ma­stoff Aspa­ra­gin sorgt dafür, dass ver­mehrt Was­ser im Kör­per pro­du­ziert wird und die Nie­ren zur Ent­wäs­se­rung ange­regt wer­den. Spar­gel ent­hält nicht nur für die För­de­rung der Darm­tä­tig­keit viele Bal­last­stoffe, er bringt auch die zum Auf­quel­len not­wen­dige Flüs­sig­keits­menge mit, da er zu 94 % aus Was­ser besteht.

Schwefel gehört zu den häufigeren ElementenEinen ers­ten Hin­weis dar­auf, was es mit dem „Odeur“ auf sich haben könnte, geben die Sprossach­sen des Spar­gels, die für den Stoff­trans­port inner­halb der Pflan­zen sor­gen. In ihnen kön­nen schwe­fel­hal­tige Ver­bin­dun­gen nach­ge­wie­sen wer­den. Dies gibt Anlass zu der Ver­mu­tung, die Ver­bin­dun­gen oder viel­mehr ihre Abbau­pro­dukte ent­wi­ckeln die­sen unan­ge­neh­men Geruch. Wie das im Detail abläuft, wis­sen die For­scher bis heute nicht. Was sie aller­dings ent­deck­ten ist, dass die­ser geruchs­in­ten­sive Pro­zess bei man­chen Men­schen abläuft und bei man­chen nicht. Wie kann das sein? Gene­tisch bedingt besit­zen man­che Per­so­nen nicht die Enzyme zum bio­che­mi­schen Um– und Abbau (Meta­bo­li­sie­rung) der Spar­gelaro­ma­stoffe und pro­du­zie­ren somit die Geruchs­stoffe nicht. Andere wie­derum rümp­fen sich wei­ter­hin die Nase.

Quelle: Arbeits­gruppe Didak­tik der Che­mie II (”DC2″) um Prof. Dr. R. Blume, Fakul­tät für Che­mie der Uni­ver­si­tät Bielefeld

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